Zukunftschancen nutzen. Modellregion Oberlausitz-Niederschlesien.
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Entwicklung der Wohnungsnachfrage

Die Wohnungsnachfrage ist wesentlich stärker von der Haushaltsentwicklung als von der Bevölkerungsentwicklung abhängig, da ein Haushalt – und nicht eine Person – eine Wohnung nachfragt. Die Zahl der Haushalte ist trotz der sinkenden Einwohnerzahl der Region von 1991 bis 2003 um 1,4% angestiegen, was auf immer kleiner werdende Haushalte zurückzuführen ist. Seit 1991 ist der Anteil der Ein- und Zweipersonenhaushalte von 59 auf 69% angestiegen. Verlierer bei der Haushaltsentwicklung sind die Großen Kreisstädte Hoyerswerda und Görlitz sowie der ehemalige Niederschlesische Oberlausitzkreis, wo die genannten Haushaltsverkleinerungen den Bevölkerungsrückgang nicht ausgleichen konnten. Zukünftig werden alle Teilräume der Region Haushalte verlieren, wobei die Große Kreisstadt Hoyerswerda als Negativbeispiel heraussticht, während der ehemalige Landkreis Kamenz mit einer stabilen Haushaltsanzahl ein Positivbeispiel bildet.

Saldo

1991 bis 2003

2003 bis 2020

1991 bis 2020

ehem. Landkreis Bautzen

0,7%

-3,5%

-2,8%

ehem. Landkreis Kamenz

13,5%

-0,3%

13,2%

ehem. Landkreis Löbau-Zittau

1,5%

-6,1%

-4,7%

ehem. Niederschlesischer Oberlausitzkreis

-1,1%

-5,7%

-6,8%

Gr. Kreisstadt Görlitz

-6,1%

-7,3%

-12,9%

Gr. Kreisstadt Hoyerswerda

-10,1%

-20,0%

-28,1%

gesamte Region

1,4%

-5,4%

-4,0%

restliches Sachsen

4,6%

1,7%

6,3%

Anmerkung: Im Zuge der Kreisreform zum 01. August 2008 wurden die Landkreise Bautzen und Kamenz und die kreisfreie Stadt Hoyerswerda zum Landkreis Bautzen zusammengefasst. Die Stadt Görlitz, der Niederschlesische Oberlausitzkreis und der Landkreis Löbau-Zittau bilden seitdem den Landkreis Görlitz.

Trotz den negativen Entwicklungen in der Wohnungsnachfrage wird es zukünftig einen geringen Neubaubedarf geben, der sich vor allem auf Ein- und Zweifamilienhäuser konzentriert. Bis 2020 wird mit einer Nachfrage von 4.000 Wohneinheiten in diesem Marktsegment gerechnet. Demgegenüber steht das Überangebot an Geschosswohnungen, das trotz hohen Leerstand weiter anwächst. So wird angenommen, dass im Jahr 2020 knapp ein Drittel der 57.000 Geschosswohnungen in der Region leer stehen. Als Folge dessen drohen ganze Stadtteile – allen voran Plattenbaugebiete – zu veröden. Mögliche Lösungsansätze beinhalten die Stärkung der Innenstädte, eine Fortsetzung des Stadtumbaus, eine Förderung von Wohneigentum und eine zielgruppenorientierte Wohnungsbaupolitik. 


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