Soziale Infrastruktur
Die Folge der sinkenden Bevölkerungszahlen ist eine geringere Auslastung der sozialen Infrastruktur, was zu einer qualitativen sowie quantitativen Verschlechterung der Versorgungssituation führen kann. Betroffen sind vor allem
- die medizinische Versorgung,
- die Betreuung für ältere Menschen,
- die Kinder- und Jugendinfrastruktur,
- sowie der Einzelhandel und Dienstleistungen.
Für all diese Bereiche müssen neue Organisationsformen gefunden werden, die die Bewohner qualitativ gleichwertig versorgen. Durch eine Gewährleistung der Erreichbarkeit können Leistungen am Ort selber substituiert werden.
Medizinische Versorgung
Zurzeit ist die medizinische Versorgung im ambulanten und stationären Bereich ausreichend, so ist es jedoch wahrscheinlich, dass sich durch altersbedingte Praxisaufgaben zukünftig ein Engpass in der hausärztlichen Versorgung abzeichnen wird. Durch finanzielle Anreize zur Praxisübernahme sollen Mediziner für die Region gewonnen werden. In der stationären Pflege existiert ein flächendeckendes Versorgungsangebot mit Krankenhäusern mit Regelversorgung und mehreren Fachkliniken. Zukünftig müssen die Bettenkapazitäten angepasst werden, was vor allem am Bevölkerungsrückgang und der Umstrukturierung in der medizinischen Versorgung liegt. Erste innovative Ansätze zum Beispiel durch den Einsatz moderner bildgebender Diagnoseverfahren sind in der Region bereits zu erkennen.
Betreuung älterer Menschen
Die hohe Lebenserwartung und die durch die Abwanderung dünner werdenden familiären Beziehungen führen dazu, dass zukünftig ein höherer Pflegebedarf zu erwarten sein wird. Gleichzeitig werden die Dienstleistungen teurer, so dass neue und innovative Versorgungskonzepte gefunden werden müssen. Als besonders zukunftsfähig werden nachbarschaftsbezogene Ansätze betrachtet, die soziale Netzwerke mobilisieren. Die Altersschichtung der Region mit einer großen Anzahl an so genannten „Jungen Alten“ bietet ein erhebliches Potential an freiwilligen Kräften, die mit dem Aufbau eines selbstorganisierten Netzwerkes nicht nur eine gesellschaftliche Bereicherung darstellen, sondern auch bei eigener Hilfsbedürftigkeit einen Rückhalt bilden würden.
Kinder- und Jugendinfrastruktur
In den letzten Jahren mussten bereits die ersten Schulen schließen. Weiterhin sinkende Schülerzahlen machen neue Ansätze zur Schulversorgung notwendig. Das Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche ist in den letzten Jahren gewachsen, es mangelt jedoch an Vielfalt und Abwechslung. Da Perspektivlosigkeit und pessimistische Zukunftsaussichten unter den Jugendlichen der Region weit verbreitet sind, wäre es wichtig positive Emotionen und ein Verbundenheitsgefühl mit der Region zu entwickeln um eine weitere Abwanderung zu verhindern. Um diese Bindung zu erreichen, sollte die Selbstorganisation und Mitbestimmung der Jugendlichen beim Freizeitangebot gefördert werden.
Einzelhandel und Dienstleistungen
Im Bereich des Einzelhandels wird vor allem ein Fehlen der wohnortnahen Versorgung beklagt. Die geschaffenen mobilen Verkaufsangebote können jedoch aufgrund von höheren Kosten nicht in Konkurrenz zu den Supermärkten oder dem Einkauf im Nachbarland treten. Zukünftig wird durch die immer größere Anzahl an älteren Menschen mit einem Anstieg des Bedarfs für die mobilen Versorgungskonzepte gerechnet. Es ist zu überlegen, inwieweit sich die neuen Versorgungskonzepte zum Erreichen einer höheren Akzeptanz koppeln lassen.




